ASTROLOGIE
Werfen wir vom hochbewußten Umgang der kulturellen Bewußtwerdungsspirale auf frühere Spiralumgänge, so erkennen wir im früheren Weltbild-Mittelpunkt Religion und Astrologie. Letztere gewinnt im Hinblick auf unsere individual-anthopologische Rythmologie-These eine neue Bedeutung.
Wir haben in ihr einen der aufschlußreichsten großen Kulturausdrücke, an welchem wir im besonders anschaulicher Weise die verbindende Gefühlsverankerung von Wahrnehmungs- und Begriffswelt studieren können.
Die aus einem starken Gefühlseindruck erwachsende verstandesmäßige Himmelsbeobachtung fand bei den Babyloniern um 700 v. Chr. ihren Ausdruck in einer zwölfteiligen Tierkreisvorstellung. Aus ihr entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten - und zwar vor allem in Griechenland - eine rechnende Astronomie in Einheit mit einer religiös bestimmten Astrologie. Es entstand die graphisch-dynamische Symbolverknüpfung, die als Horoskop (Stundenschau) bezeichnet wird als vereinfachte Himmelsansicht im Geburtsmoment eines Menschen.
Der dazu verwendete Symbolmechanismus (Tierkreiszeichen-Planeten-Aspekte) ist schon im statischen Horoskopbild von einem erstaunlichen Ausdrucksreichtum; er wird faszinierend als dynamischer Ablauf durch die sich wandelnden Beziehungssetzungen.
Dieses anregende Gedankenspiel hat die Astrologie, unabhängig von ihrem objektiven Aussagewert, über viele glaubensstarke Jahrhunderte hinweg zur "Königin der Wissenschaften" erhoben.
Der Gefühlseindruck des nächtlichen Himmels hat begreiflicherweise auf der Bewußtseinsstufe des Mythenzeitalters die personifizierten Gottheiten als Sterngötter an das Firmament versetzt. Dies ist der kollektiv-kulturelle Bewußtheitsgrad, in welchem erstmals psychische Abläufe im wahrsten Wortsinn "Gestalt annehmen" - Jahrtausende ehe sie auf der folgenden, von uns "metaphysisch" genannten Bewußtwerdungsstufe in abstrakte Begriffe aufgelöst werden. Die mythologisch-komplexen Göttercharaktere spiegeln als typisierte, bildhafte Figuren das menschliche Personal des gesamten Welttheaters nach dem astrologischen Motto: "Wie oben (am Himmel) so unten (auf der Erde)".
Aus unserer heutigen, psychologischen Sicht hat sich in der Auseinandersetzung mit der Astrologie als bisher aufschlußreichstes Modell unsere Funktionsvorstellung mit den beiden dynamischen Komponenten "Ahmungsvermögen" und "Rythmenfühligkeit" erwiesen. Die erste findet ihren Ausdruck in den Einfällen des physiognomischen Sinnverstehens, die zweite in den Einfällen der Eigen-, sowie der Mitahmung von Fremdrythmen. Beide Erlebniskomponenten werden von der sinnlichen und in noch weit höherem Maße von der unbewußten, feinsinnlichen Wahrnehmung angeregt.
Es widerspräche unserer rythmologischen Definition des Begriffs "Leben", wenn die genetische Erbpräzision hinsichtlich ihrer physio- und psychomechanischen Verwirklichung im Laufe eines Lebens ein Spiel des Zufalls wäre. Vielmehr ist folgerichtig anzunehmen, daß der Ablaufrythmus des Lebens jeweils diese oder jene Struktureigenschaften in den Vorder- bzw. Hintergrund des Lebensstromes und damit auch des Verhaltens treten läßt.
Die wechselnden strukturbedingten Verwirklichungs-tendenzen eines Individuums entwickeln sich unter den Umwelteinflüssen zu Erlebnis- und Verhaltenstendenzen, die in dem Maße voraussehbar sind, als es gelingt, die einzelnen struktur- und umweltbedingten Wirkfaktoren in diesem Zusammenspiel richtig einzuschätzen.
Wenn die heutige Wissenschaft auch noch nicht in der Lage ist, dies für prognostische Zwecke ausreichend zu durchschauen, so genügt die derzeitige wissenschaftstheoretische Bewußtwerdung immerhin, um über die Tatsache der Zeitabhängigkeit des angeerbten Individualgefüges systematische Überlegungen anzustellen, in der Einsicht, daß es für eine anthropologische Rythmologie noch so gut wie alles zu lernen gibt.
Nach dem bisher gesagten sind die wichtigsten Gesichtspunkte folgende:
1. Die genetische Ausgangslage wird in der Befruchtung des Eies durch die neu entstehende subatomare Schwingungsüberlagerung bestimmt.
2. Das genetische Anerbe eines Individuums ist nicht nur durch Richtung und stärke seiner Faktoren bestimmt, sondern auch durch den Rhythmus ihrer Verwirklichung.
3. Ohne die Umwelteinflüsse, die bereits vorgeburtlich auf die Mutter des ungeborenen Individuums wirken und mit dem Tod enden, könnte dieses Individuum als grundsätzlich berechenbarer Schwingungs-komplex aus energetischen Elementarquanten betrachtet werden.
4. Die drei Umweltfaktoren Ernährung, Landschaft, Erziehung (Schule, Ereignisse wie Kriege, Natur- und andere Katastrophen, im weiteren Sinn also soziales Umfeld) tragen in eine solche grundsätzliche Berechenbarkeit des angeerbten Rythmuskomplexes Unsicherheitskomponenten hinein, die nur als statistische Erfahrungswerte geschätzt werden können.
In praxi ist es unmöglich, die genetische Qualität und Quantität nebst den Verwirklichungsrythmen bis auf ihren Ursprung zurückzuverfolgen.
Doch zeichnet sich ein Weg richtungsmäßig ab, indem das Individuum als ein rythmologisches, vom energetischen Urtakt bestimmtes System lebender Materie betrachtet wird. Man wird sich auf eine Methode der Verarbeitung empirisch gewonnener Daten beschränken müssen, um auf einer hochkomplexen Schicht des Aufbaus der Materie in deren rythmologischen Erfassung einzusteigen.
Das bedeutet die qualitative Erfassung der Eigenschaften nebst ihrer zeitlichen Verlaufskurve.
Lebende Materie ist aufgrund der Stoffwechselwirkung besonders starken qualitativen und quantitativen Veränderungen in Abhängigkeit von der Zeit ausgesetzt.
Um einen auf die Erbpräzision bezugnehmenden Einstieg in eine derartige rechnende rythmologische Systematik zur zeitabhängigen Wesensbeschreibung zu finden, muß ein genauer zeitlicher Datenbezugspunkt einheitlich festgelegt werden. Dieser kann folgerichtig nur der Zeitpunkt der für das Individuum wesentlichsten Rythmenüberlagerung sein.
Das ist der Augenblick der Eibefruchtung!
Als Diagramm dafür kommt uns nun die alte Horoskopfigur der abendländischen Astrologie wieder in den Sinn. Denn unabhängig von der vorwissenschaftlich mythologischen Ausdrucksweise und ihrem unsicheren Aussagewert erfüllt das Horoskopschema alle Bedingungen, um Einzelfaktoren in ihrer Gewichtung zur Darstellung eines Ablaufs zu verbinden. Dieser Ablauf bildet das "Leben" eines Individuums in allen seinen physischen und psychischen Bereichen ab, also genau das, was eine Systematik der anthropologischen Rythmologie ebenfalls beabsichtigt. Die traditionellen astrologischen Symbolinterpretationen allerdings geben in ihrer horoskopischen Verbindung keine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem zeitlich programmierten Wandelmechanismus "Erbmasse" eines Individuums.
Nun gelingen in der Tat manchen Astrologen Aussagen, die nicht nur die Persönlichkeit eines Horoskopierten treffend schildern, sondern sich auch auf einschneidende vergangene wie zukünftige Erlebnisse beziehen. Solche im höchsten Maße irritierende Einzelerfahrungen ließen bis in die jüngste Zeit hinein um die Astrologie immer wieder leidenschaftliche Fehden entflammen mit der Frage "Wissenschaft oder Aberglaube?"
An Universitätsinstituten der Alten und Neuen Welt wurden mit Berufsastrologen Tausende von Blindversuchen durchgeführt (Einzelheiten z.B. H.J. Eysenk und D. Nias: Astrologie, Wissenschaft oder Aberglaube, München 1982).
Das Ergebnis läßt sich mit dem Wort "Null" zusammenfassen: Die Trefferzahlen entsprachen genau der nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung ermittelten Zufallstrefferzahl. Diesem ebenso eindeutigen wie vernichtenden Urteil steht das Millionenheer der Astrologiegläubigen gegenüber, die auf "ihren" Astrologen und seine Vorhersagen schwören. Fallnachprüfungen ergeben tatsächlich verblüffende Trefferzahlen, etwa über Jahrzehnte vorher prophezeite Unfälle, Krankheiten, berufliche Erfolge oder Mißerfolge, menschliche und materielle Gewinne und Verluste, die fristgemäß eingetroffen sind und als self-fulfilling prophecy wegerklärt werden können.
Wie sind nun die negativen Ergebnisse der universitären Blindversuche und die positiven der Klienten, oft mit den gleichen Astrologen, unter einen Hut zu bringen ?
dabei ist das Versagen der Astrologie als Wissenschaft von vornherein selbstverständlich allein schon durch den Hinweis auf das der Astrologie zugrunde gelegte Wahrnehmungsbild des Himmels, das aus den Tagen des Ptolomäus stammt. Seine umfassende, sich auf noch weit ältere Quellen beziehende, fünfbändige Astrologiedarstellung "Tetrabiblos" aus dem Jahr 140 n. Chr. gilt den heutigen abendländischen Astrologen nach wie vor als Grundlage ihrer Deutungsregeln. Sie sind also aufgebaut auf einen Sonnenstand im Tierkreis vor rund zweitausend Jahren. Dieser hat sich jedoch infolge des Vorrückens des Tages- und des Nachtgleichepunktes (mit einem vollen Kreisumlauf von 25.800 Jahren) inzwischen um etliche 30 Bogengrade vom Sternbild des Widders in das der Fische und nun in das des Wassermanns verschoben. Ebenso vernunftwidrig wird die Bedeutung des Zeitpunktes der Zeugung für die astrologische Berechnung behandelt. Zwar ist sich auch schon Ptolomäus über die Bedeutung des Zeugungsmoments als Bezugspunkt im klaren. In Anbetracht der Schwierigkeit seiner zeitlichen Ermittlung setzt er sich über dieses Dilemma hinweg mit der unsinnigen Behauptung, bei der geburt stünde die gleiche Sonnenkonstellation am Himmel wie bei der Empfängnis. Solche Willkürlichkeiten, denen kein physiognomisches Sinnverstehen entspricht, begegnet man in der Astrologie auf Schritt und Tritt, so daß allein schon dadurch jede ernstzunehmende sachliche Verbindung zwischen Sternenhimmel und Horoskop ausgeschlossen ist. Demnach können zutreffende, angeblich astrologisch-systematisch begründete Aussagen nicht aufgrund von Berechnungen und Deutungsregeln zustande gekommen sein, sondern es müssen andere Psychomechanismen dahinter stehen es fragt sich nur, welche.
Wer unseren bisherigen Ausführungen gefolgt ist, hat den Schlüssel zum Verstehen schon in der Hand: Das umfangreiche, scheinwissenschaftlich gebrauchte Symbol-Brimborium der Astrologie dient rythmusfühligen Sensitiven als Anregung für ihre Einfälle. Die Ergebnisse entstehen im persönlichen Kontakt mit dem Horoskopierten, gegebenenfalls über Ahmungsbrücken in Gestalt einer, den Horoskopierten unbewußt ahmenden Mittelsperson, eines Porträtphotos oder einer Handschriftprobe. Solche rythmologischen Übertragungen lassen sich im Zusammenhang mit allen als unzutreffend empfundenen Astrologie-Aussagen nachweisen. Damit erfährt die Frage, ob Astrologie Wissenschaft oder Aberglaube sei, eine unerwartete, bewußtheitserweiternde Antwort, die in die Tiefenschichten menschlichen Erlebens führt.
Indem der Astrologie seine ahmungsgesteuerte, unbewußte Auswahl aus der Fülle der im Horoskop angebotenen Symbolbeziehungen trifft, bedient er sich für seine deutenden Aussagen des gleichen mantischen Verfahrens wie etwa ein Kartenschläger. Daran könnte selbst die größte wissenschaftliche Strenge bei der systematischen Untersuchung der aus dem Horoskop herausgesehenen Symbolbeziehung nichts ändern. Aufgrund der Entstehung der Symbole kann davon jedoch ohnehin keine Rede sein. So stellt die astrologische Deutung einen Zustand dar, den man als "Unbestimmtheit durch Aussagevielfalt" beschreiben kann.
Es ist dies die Crux aller psychologischen Fallstudien. In der Astrologie läßt sie sich besonders anschaulich demonstrieren, indem man mehreren, annähernd gleichrangig intuitiv begabten Astrologen die Aufgabe stellt, unabhängig von einander die Horoskopfigur einer ihnen allen von Angesicht zu Angesicht bekannten Person zu deuten. Alle diese Persönlichkeitsbeschreibungen werden mehr oder minder weitgehende Gemeinsamkeiten aufweisen, aber sie werden durch ihre Akzentsetzung die Eigenstruktur ihres Verfassers erkennen lassen. Dabei können alle diese Horoskop-Ausarbeitungen auf einen Dritten gleichermaßen "treffend" wirken. Der Grund dafür liegt in der jeweiligen Tendenzumkehr in den aufeinander folgenden Erlebnisschichten des Individuums. Wer sich z.B. als besonders sanfter, tierliebender Mensch verhält, gleicht damit eine unbewußte, sadistische Neigung in der darunter liegenden Erlebnisschicht aus. Eine schichtbezogene Psychoanalyse bringt so etwas an den Tag. da aber astrologische Deutungsfälle nicht schichtengeordnet, sondern im Ahmungsprozeß kunterbunt einfallen, geht dieser Schichtensprung unkontrolliert in die Aussagen ein. Sie pflegen auch von Dritten in der Regel unwidersprochen hingenommen zu werden, da sie ja "irgendwie", nämlich schichtenvertauscht, stimmen.
Daraus ergibt sich als allgemein menschliches Verhalten: Weil sich das Ahmungserlebnis nicht ausschalten läßt, wird in der spontanen, zwischenmenschlichen Begegnung nichts individueller und verschiedenartiger erlebt, als der Mensch von seinesgleichen.
Wenn nun Astrologen ihre Persönlichkeitsbeurteilungen mit astrologischen Deutungsregeln begründen, so stellt sich heraus, daß jeder von ihnen bestimmte "Aspekte" hervorhebt, andere dagegen vernachlässigt. Dieses "Heraussehen" einzelner Wesenszüge je nach der Struktur wird im Horoskop herausgefordert durch die fülle der möglichen Symbolbeziehungen.
Bei sorgfältiger Analyse ist diese individuelle Note selbst in wissenschaftlichen Ausdrücken nachzuweisen und zwar sowohl als individuelle, als auch kollektive Sonderheiten.
In der Begegnung mit der Astrologie steht der abendländische, wissenschaftsorientierte Mensch vor einem Kurzschluß zwischen schematischem Denken und vorbegrifflich physiognomisch erlebter Rythmologie. Indem der Astrologe, ohne sich über seine Psychomechanismen im Klaren zu sein, aus dem reichen Symbolangebot die Beziehungen herausgreift, von denen er sich angesprochen fühlt und andere übersieht, "ahmt" er in die Horoskopfigur den Rhythmus des ihm bekannten Horoskopierten "hinein". Es liegt im Wesen der Einzelfälle, die in Sensitiven durch die Ahmung von Fremdrythmen ausgelöst werden, daß diese vom Eigenrythmus des Ahmenden nicht unbeeinflußt bleiben. Das heißt, in seiner Ausdrucksfindung ist dem Rythmusfühligen eine von seiner Individualstruktur bedingte Akzentuierung unvermeidbar. Je vollkommener freilich die Hingabe an den Fremdrythmus und dadurch die Ausschaltung des Eigenrythmus gelingt, um so überraschender sind die Ergebnisse.
Was die Rythmenfühligkeit von Astrologen betrifft, so genügen bereits vergleichsweise bescheidene Grade, um von der schier unerschöpflichen Fülle von Assoziationsmöglichkeiten angeregt zu werden, welche die astrologische Symbolsystematik mit ihren begrifflichen wie bildhaften und überdies dynamisierten Vorstellungen anbietet. In diesem Assoziationsfeld kann lückenlos jeder Vorstellungskomplex mit jedem anderen verknüpft und übersichtlich nach Sachbereichen eingegliedert werden.
Dieses Geflecht von möglichen Assoziationen bildet eine so dichte Analogiebeziehung zum menschlichen Leben, wie sie bisher keiner wissenschaftlichen Darstellung gelungen ist.
Nachdem wir bis zu dieser Stelle unserer Betrachtung den alten Kulturausdruck "Astrologie" erstens als mantische Dingzeitpraktik, zweitens als mystisches Weltbild , drittens als inhaltlich zwar ungenügend, aber formal faszinierendes Rythmologieschema kennengelernt haben, steht uns nun die größte Überraschung noch bevor. Sie ist mit dem Namen Michelin Gauquelin, Professor für Mathematik und Biologie an der Sorbonne in Paris, und seiner Frau und Mitarbeiterin Francoise verbunden. Anhand von Tausenden untersuchter Horoskope hat das Forscherpaar festgestellt, daß 90% der überlieferten astrologischen Lehrmeinungen eindeutig falsch sind, jedoch einige wenige der nach der klassischen Methode errechneten Gestirnstellungen überraschenderweise in erheblich über der Zufallsquote liegender Zahl bei hervorragenden Vertretern bestimmter Berufe gefunden wurden.
So zeigt sich, daß mit statistischer Häufung berühmte Ärzte geboren wurden, als Mars oder Saturn eben am Horizont aufgegangen waren oder am höchsten Punkt ihrer scheinbaren Himmelslaufbahn standen. Nicht minder statistisch auffällig wurde das Fehlen von Saturnstellungen an Aufgang und medium in Künstlerhoroskopen ermittelt. Ferner erwiesen sich als statistisch auffällig Geburtshoroskope von 3438 führenden Militärs, in denen 680 mal Mars am Aufgang oder unmittelbar nach der Himmelsmitte (statt der nach der Wahrscheinlich-keitsrechnung zu erwartenden 590 Fällen) und überdies 703 mal Jupiter (statt 572) an hervorragender Stelle stand.
Charakteristisch auffällig zeigten sich "starke" Mars-Jupiter-Konstellationen in Verbindung mit den Eigenschaften der Extraversion und der Unsentimentalität, sowie starke Saturn-Konstellationen verbunden mit Introversion und Feinsinnigkeit.
Wer sich genauer informieren will, sei zur Einführung in das Problem auf einige diesbezügliche kritische Veröffentlichungen verwiesen wie zum Beispiel Michel Gauquelin: Die Uhren des Kosmos gehen anders, Bern-München, 1967 und H.J. Eysenck und D. Nias: Astrologie Wissenschaft oder Aberglaube, München, 1982.
Die statistischen Feststellungen der Gauqueleins lassen erkennen, daß die mantische Dingzeitpraktik der Astrologie zwar als animistischer Aberglaube entstanden ist, aber durch den Bezug auf die Himmelsuhr des Sternenwandels einen glücklichen Griff für den Dingzeitvergleich getan hatte. Dieser kann freilich erst jetzt im Zusammenhang mit unserer, wenn auch physikalisch noch so rudimentären Urtaktthese in seiner Bedeutung verstanden werden, wobei diese und damit unsere Rythmologievorstellungen durch die Gauqelin´schen Entdeckungen ihre erste gewichtige Erfahrungsstütze erhält. Angesichts der Ermittlungen der Gauquelins wäre es unwissenschaftlich, dem Kulturphänomen Astrologie weiterhin mit Nichtbeachtung und Verdrängungsverhalten zu begegnen.
Kein vorurteilsloser, erst zu nehmender Forscher kann künftig der Frage ausweichen: "Wieso ist es möglich, alleine an die Angabe von Geburtszeitpunkt und ort ohne sonstige Individualdaten eine Systematik zu knüpfen, die wider Erwarten auch unabhängig vom physiognomisch ausgelösten Ahmungsverhalten über einen Geborenen irgend etwas Stimmiges auszusagen vermag?"