Christian Kellerer

Aus dem Nachlaß des 1998 verstorbenen Erkenntniskritikers und Psychologen CHRISTIAN KELLERER, dessen Veröffentlichungen in Fachkreisen wohl bekannt sind, bringen wir nachstehend in mehreren Folgen bearbeitete Auszüge.

Seine Gedankengänge, frei von überkommenden Ideologien und Vorurteilen, greifen zwar weit voraus, basieren aber fest auf den derzeitigen Erkenntnissen der Naturwissenschaften.

In einer großzügigen Übersicht, sozusagen aus der Vogelperspektive, versucht Kellerer die bisherige Entwicklung des menschlichen Denkens vom psychologischen Standpunkt aus zu überblicken und daraus Folgerungen für deren Fortgang zu ziehen. Aus seiner Sicht begann alles mit der Angst vor den unbekannten Gefahren der Umwelt, denen sich die ersten Menschen ausgesetzt sahen, als ihr Gehirn vom reinen Instinkt auf die ersten Formen der Reflexion schaltete. An körperlichen Möglichkeiten den meisten Tieren unterlegen, erkannte der Mensch seine Fähigkeit zur Reflexion als seine wirksamste Waffe und setzte sie zur Erforschung seiner Umwelt ein, um deren Gefahren zu begegnen. Zunächst in primitiver Form, gab er seinen Ängsten Gestalt in Form von Geistern und Gespenstern, die er sich durch Beschwörungen und Opfer geneigt zu machen suchte. Es entstand die Epoche des ANIMUS, in der alles Existierende als belebt und in direktem Bezug zum Menschen erlebt wurde.

In dem Maße, in dem der Mensch sich an seine Denkfähigkeit gewöhnte, entwickelten sich deren Möglichkeiten. Die Naturkräfte wurden bereits ins Abstrakte gedacht und es entstand die Periode der Mythenbildung.

Im Verlauf weiterer Jahrtausende folgt die Zeit der RELIGIONSBILDUNGEN und der METAPHYSIK, die in unserer Zeit allmählich von der Wissenschaft abgelöst wird.

Im Laufe der menschlichen Entwicklung und in dem Maße, in dem sich das Denken sozusagen "verselbständigt" hat, ist die elementare Angst zwar zurückgedrängt worden – verschwunden aber ist sie nicht und der Mensch ist nach wie vor damit beschäftigt, die Naturrätsel zu erforschen um sich zu schützen und um seine elementare Angst zu bannen.

Kellerers Gedankengänge umfassen die kontinuierliche Entwicklung des menschlichen Bewußtseins mit allen Folgen, die sich zwangsläufig daraus für das Kollektiv ergeben. Aus seiner Sicht befindet sich unsere Epoche auf der Schwelle zwischen einem, noch auf metaphysischen Vorstellungen basierenden Mittelalter und einer sich höher entwickelnden Neuzeit.

So wie dem einzelnen Individuum seine Entwicklung während der Pubertät Schwierigkeiten bereitet, so findet auch die allgemeine Bewußtseinsentwicklung des Kollektivs unter Geburtswehen statt, weshalb Kellerer diesen Zustand als "Kulturneurose" bezeichnet.

Sie in Richtung einer Bewußtheitssteigerung und damit des "Erwachsenwerdens" zu überwinden, ist die Aufgabe der jetzigen und noch einiger weiterer Generationen.


Zum besseren Verständnis seien hier vorab einige Erläuterungen gegeben zu einem Vokabular, das in den Originaltexten in verschiedenen Zusammenhängen des öfteren wiederkehrt:

Ahmung Physiologisches Sinnverstehen Urtakt
Begriffskäfig Rhythmologie Zweiweltentier
Elementarangst
Spirale der Bewusstwerdung
Erkenntniskritische Relativitätspsychologie Subjektive Wirklichkeiten

Erster Auszug: Überlegungen zur Vorstellung der Rhythmologie, des Urtakts

Zweiter Auszug: Ahmung, Verstehen, Feinsinnliche Wahrnehmung

Dritter Auszug: Astrologie


- Objet trouvé - Surealismus - Zen
(ISBN 3-7701-1394-2)




- Die Befreiung des abendländischen Denkens
(ISBN 3-87877-490-7)








- Die Spirale der Bewußtwerdung
(ISBN 3-921513-89-8)



- Weltmacht Kitsch
(Abbildung folgt)


Die Befreiung des abendländischen Denkens
Kontakt: contact"ätt"christian-kellerer.de
Gästebuch anzeigen